Urlaub Herbst 2025
04.10. - 07.10.
Lötzen - Treblinka - Wolfsschanze - Steinort -
Frauenburg (Frombork)

 

04.10.2025

Von Treblinka fuhr ich nach Lomza, erfreute mich an der Wald- und Seenplatte der Masuren und kam am späten Nachmittag in Lötzen an (185 km), wo ich zunächst eine Schifffahrt gebucht habe und 4 Skipper kennenlernte, die auf die Öffnung der Drehbrücke warteten.

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

Das besondere an der Stadt ist die Drehbrücke, ein technisches Denkmal.
Sie wird sie tagsüber an festgesetzten Zeiten von einem Brückenführer per Hand bedient. Die Öffnung braucht etwa fünf Minuten. Anschließend können Boote eine halbe Stunde lang abwechselnd in beiden Richtungen den Kanal passieren.

       
   Zudrehen  Öffnen  freie Fahrt

       
       


An der Hauptstraße entdeckte ich eine ganz liebevoll eingerichtete Kaffeestube.

       
       
       
       
       
 
ein wunderschöner Campingplatz mit allen Anschlüssen, mitten in der Stadt 





Neben Lötzen liegt die Festung Boyen.



Die Feste Boyen wurde als preußische Ringfestung in Lötzen (poln. Giżycko) zwischen 1847 und 1855 errichtet. Sie liegt zwischen dem Kissainsee, dem südlichsten Teil des Mauersees und dem Löwentinsee.
Die 100 Hektar große Anlage bildete ein Hauptglied der preußischen Befestigungsanlagen, die die östlichen Grenzen Ostpreußens gegen Russland sichern sollten. Sie liegt auf einer strategisch wichtigen Landenge. Preußens Kriegsminister Hermann von Boyen überzeugte König Friedrich Wilhelm IV., dort eine der imposantesten Festungen ganz Masurens zu bauen. Zwischen 1847 und 1855 wurden die Bastionen und Pulvertore, Wassergräben, Kasernen und alle weiteren erforderlichen Gebäude errichtet. Die Festung hat die Form eines siebenzackigen Sterns, die durch die mächtigen Erdwälle, Mauern und Gräben unterstrichen wurde. In die Festung führen vier Tore. Der Hauptzugang ist das doppelte Lötzener Tor mit vorgelagerter Zugbrücke vor dem inneren Tor, daneben gibt es das Rastenburger Tor und das Pulvertor. Bereits bei der Errichtung der Bahnlinie wurde das Wassertor geschlossen. Die Festung wurde 1914 kurzzeitig durch die russische Armee belagert, aber nicht eingenommen (Wikipedia).



     
     
     
     
     
       
       
       
       
       
       
     
    noch nirgendwo gesehen   

 
 
 
 


Von Lötzen (Giżycko) fuhr ich am späten Nachmittag zur Wolfsschanze (Gierloz, 36 km), wo ich auf em Parkplatz übernachten durfte.
Der Kernbereich der „Wolfsschanze“ war etwa 250 Hektar groß. Bis Ende 1944 entstanden über ein halbes Dutzend massive und 40 leichte Stahlbetonbunker sowie 40 Wohn- und Arbeitsgebäude. Damit war die „Wolfsschanze“ nicht nur das bekannteste, sondern auch das größte „Führerhauptquartier“. Das Areal war in drei sogenannte Sperrkreise gegliedert, gesichert durch Stacheldraht, Panzergräben, Wachtürme und einen Minengürtel (siehe Aktuelle Karte: Lageplan der „Wolfsschanze“). Wegen der natürlichen und künstlichen Tarnung konnten die Alliierten die Anlage nie vollständig aufklären. Aufgrund des Anrückens sowjetischer Truppen wurde die „Wolfsschanze“ im November 1944 evakuiert. Kurz vor der Einnahme durch die Rote Armee im Januar 1945 versuchten Pioniere
der Wehrmacht, die Gebäude zu sprengen. Doch die Massivität der Bunker verhinderte eine vollständige Zerstörung.
Quelle


Mein Eindruck

Als ich diese unheimlich große Anlage sah mit ihren gewaligen Bunkerresten, eine komplette Sprengung war nicht möglich, wurde ich sofort an den Bunker "Ringeltaube" in Kaufering erinnert. Dieser Bunker wurde auch vom Unternehmen Todt errichtet, Fachleute, innovativ, mit großem logistischen Können, um eine derartige Anlage unsichtbar für die Luftaufklärung in einen Wald zu stellen.
 
Hier geht es zur Fotogalerie. Für die Außenbesichtigung aller Bunker sollte man sich mindestens einen Tag Zeit nehmen. 

In der Wolfsschanze fand am 20. Juli 1944 das
Attentat auf den Führer statt.




Abends habe ich im ehemaligen und heute restaurierten Hotel gegessen. 



Am nächsten Morgen habe ich noch in Steinort (Sztynort - 21 km) das Schloß derer von Lehndorfs angesehen.
Das ehemalige Herrenhaus der Familie von Lehndorff in Groß Steinort / Sztynorcie Dużym ist das Hauptprojekt der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS). Der Name von Lehndorff ist vor allem bekannt durch Graf Heinrich von Lehndorff, dem letzten Herrn auf Schloss Steinort, der am gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 (das sich 2019 zum 75. mal jährte) beteiligt war und kurz darauf in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" verfiel die ehemalige ostpreußische Gutsanlage in schnellem Tempo, Quelle


Man sieht jetzt, daß nun vieles zu tun ist. Die Baumaßnahmen werden von Stiftungen, dem polnischen Staat und der Bundesrepublik Deuschland gefördert.

Der Zwischentrakt als moderne Verbindung Hier kann auch geheiratet werden geschmackvolle Einrichtung
Der renovierte Außenbereich ob man das alles    noch retten kann? 
Für Wassersportler und Womos eine ausgezeichnete Adresse

Von Steinort war mein nächstes Ziel Frauenburg (Frombork). Da es schon spät war, habe ich an einer Tankstelle mit einem weißem P auf blauen Grund übernachtet.

06.10.2025
Am Morgen merkte ich, die Innentemperatur war nidrig, die Gasflaschen leer.  Als ich überlegte, wo ich die Gasflaschen tauschen könne, stand auf einmal ein junger Pole mit seinem alten Mercedes neben mir und wollte wohl wissen, was mir fehle.
Ich öffnete die Klappe von den Gasflaschen und sagte "empty". In Polen kommt man mit Schulenglisch und teilweise auch mit Deutsch (Polen, die in Deutschland gearbeitet haben, Lastwagenfahrer) gut zurecht.
Mein Helfer rief einen Bekannten an, der Deutsch konnte, ich erklärte diesem mein Problem, mein Helfer deutete mir, ich solle ihm folgen.
So fuhr er 15 km vor mir auf der Schnellstraße, bog rechts ab, links über die Brücke, in ein Dorf hinein und wir standen an einer kleinen Firma, deren Vater und Sohn mir deuteten, ich könne iin 40 Minuten meine gefüllten Flaschen abholen. Das hat alles geklappt, mein Helfer lehnte auch eine Belohnung ab.
In Polen werden Propan-Gasflaschen wiederbefüllt, was in Deutschland verboten ist. Viele Wohnmobile und Pkw's fahren mit LPG und haben im Wohmobil entsprechende Tanks.


So konnte ich mit gefüllten Gasflaschen meine Urlaubsreise über Dobre Miast und Orneta nach Frauenburg (Frombork) fortsetzen, 159 km ab Steinort.
Am späten Nachmittag kam ich in Frauenburg an.
Dort gibt es am östlichen Ortsrand einen Campingplatz.
Vorsichtshalber rief ich die Telefon-Nr. des Platzes an.
Es meldete sich eine Männerstimme, er habe die Campingsaison am 30.09. beendet, aber er würde mir den Platz aufschließen und mir für 20 € eine Übernachtung anbieten. Es dauere aber etwas, da er 30 km entfernt wohne. 
Inzwischen verschaffte ich mir einen kleinen Überblick über dieses herrliche Städtchen.
Wir trafen uns dann an seinem Campingplatz.
Diese Gastfreundschaft kann man in Deutschland wohl kaum erleben.

Ich stellte den Hymer ab un fuhr mit dem Fahrrad 1 km in die Stadt zum Abenessen.


   
     
 
  Morgenstimmung Abschied

M
orgens bei herbstlichem Frühnebel konnte ich nach dem Frühstück in die Sadt zur ausführlichen Besichtigung fahren und fand auch schnell einen Parkplatz.




Die Stadt wurde als Verteidigungsanlage auf einem altpreußischen Gebiet gegründet .
 1224 erklärte Kaiser Friedrich II. in Catania Preußen für direkt der Kirche und dem Heiligen Römischen Reich unterstellt . Noch im selben Jahr ernannte der Papst Bischof Wilhelm von Modena zum päpstlichen Legaten in Preußen. Mit der kaiserlichen Goldenen Bulle von Rimini erhielten die Deutschritter die Herrschaft über die Region, die sie anschließend eroberten.
Einer lokalen Legende zufolge wurden die altpreußischen Einwohner von 
Anselm von Meißen getauft
,
einem Priester des Deutschen Ordens und ersten Bischof des Bistums Ermland, das 1242 von Wilhelm von Modena gegründet worden war. Qelle Wikipedia

Das bedeutendste Wahrzeichen von Frombork ist der befestigte Domberg mit der gotischen Erzkathedrale Mariä Himmelfahrt und dem Heiligen Andreas , in der Nikolaus Kopernikus begraben liegt, dem Kopernikusturm, dem Radziejowski-Turm mit einem Foucaultschen Pendel , dem Alten Bischofspalast, in dem sich das Nikolaus-Kopernikus-Museum befindet, und weiteren historischen Gebäuden. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen:

  • Das ehemalige Heilig-Geist-Krankenhaus beherbergt heute die Abteilung für Medizingeschichte des Nikolaus-Kopernikus-Museums.
  • Gotische Kirche St. Nikolaus
  • mittelalterlicher Kopernikuskanal
  • mittelalterlicheBaszta Żeglarska (Segelturm)
  • Renaissance- Wasserturm, der älteste in Polen
  • mehrere historische Kanonikerhäuser.


     
     
     
Denkmäler in der Stadt

  • Das Denkmal für Nikolaus Kopernikus wurde Mitte der 1950er Jahre ersetzt, da das von Wilhelm II. des Deutschen Kaiserreichs errichtete Denkmal im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.
  • Denkmal zu Ehren der Soldaten der Roten Armee mit der Inschrift: „Ruhm den Helden der Roten Armee, die bei der Befreiung von Frombork gefallen sind“
  • Denkmal für die Deutschen der ehemaligen Provinz Ostpreußen , die 1944–1945 auf der Flucht aus ihrer Heimat im Weichselhaff ertranken, gefertigt aus einem im Wasser gefundenen Findling .
  • Denkmal zu Ehren der Pfadfinder und anderer Beteiligter an der „Operation 1001“ (1966–1973), dem Wiederaufbau der Stadt nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg.
  • Die Sternwarte , der Arbeitsraum, die Instrumente und das Planetarium von Kopernikus sind im Kopernikus-Museum in Frombork ausgestellt.

  
         
         
       
         
         
    Der Wasserturm    
         
         
         
         

Stadt- und  Kopernikus Museum

Nikola1aus Kopernikus wurde am 19. Februar 1473 in Thorn (heute Toruń) geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters kümmerte sich sein Onkel Lucas Watzenrode, ein Fürstbischof im Ermland, um den kleinen Nikolaus. Mit achtzehn Jahren begann Nikolaus Kopernikus zu studieren: Mathematik in Krakau, Medizin und Recht in Bologna, Kirchenrecht in Ferrara. Noch während des Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Geographie und Astronomie. Heute gehört sein Werk "De revolutionibus orbium coelestium" zu den Meilensteinen der Astronomie der Neuzeit und ist ein Schlüsselwerk der kopernikanischen Wende in der Wissenschaft.
“Langweilig!" kommentierte die elfjährige Julia den Streit ihrer polnischen Mitschüler um die nationale Herkunft des großen Astronomen Nikolaus Kopernikus. Ob Deutscher oder Pole, spielt hier keine Rolle!", setzte Julia nach und versteckte ihre kleine Nase mit Sommersprossen in das Geschichtsbuch, froh, dass alle, Deutsche und Polen gleichermaßen, stolz auf die Leistungen von Kopernikus sein können. Damit wäre die Frage nach seiner Nationalität “geklärt” und wir können uns dem Spannenden an Kopernikus zuwenden. Kopernikus dachte wohl oft daran, wie schön es doch wäre, das eigene Hobby zum Beruf machen zu können. Doch Astronom war zu seiner Zeit kein anerkannter Beruf. So bastelte er an seiner revolutionären Idee, die Sonne anzuhalten und dafür alle Planeten samt Erde in Bewegung zu setzen, im „Hobbykeller" seines Hauses in Thorn, seiner Geburtsstadt.Quelle



Das Foucaultsche Pendel
Im Glockenturm sieht man die Funktionsweise des Pendels
Die Vorrichtung dient dazu die Umdrehung der Erde zu zeigen.
Es wurde nach dem Namen des französischen Physikers J. B. L. Foucault so benannt, der im Jahre 1851 als Erster dieses Experiment ausführte. Er berücksichtigte hierbei die in der Physik bekannte Tatsache, daß die Schwingungsebene des Pendels im Raum fest ist. Wenn also die Erde unbeweglich wäre, würde diese im bezug auf die Erdoberfläche sich nicht verändern.
Beim vorgenommenen Experiment wurde festgestellt, daß die Schwingungsebene des Pendels eine langsame Umdrehung vom Osten nach dem Westen hinsichtlich der Erd-oberfläche ausführt, das heißt also, daß unser Planet sich drehen muß.
In Frombork beträgt die Zeit der völligen Umdrehung der Schwingungsebene des Pendels lt. dem Experiment von Foucault 29 Stunden und 5 Minuten.
Das Stahlseil ist 28 m lang und die Kugel wiegt 46,5 kg
Quelle

         
der Glockenturm   Kopernikus  das Treppenhaus das Pendel   

     
     
     
     
     
     
     
     
         
Frombork am Frischen Haff






2025  Urlaub Herbst Teil 23

Marienberg - Elblag - Stutthof - Danzig - Kolberg - Stettin





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Bertold Jetschke (Rothschild)
www.touristik-i.de